Figma, Sketch oder Adobe XD: welches Design-Tool 2025 lernen?
«Welches Design-Tool soll ich lernen?» Diese Frage höre ich in jeder Webdesign-Schulung. Die Antwort ist 2025 fast schon langweilig geworden — aber nicht ohne Begründung. Hier ein ehrlicher Blick auf die drei Hauptkandidaten.
Die kurze Antwort vorweg
Wenn du heute neu startest und nicht aus historischen Gründen an einem anderen Tool festklebst: Figma. Es hat den Markt in den letzten fünf Jahren übernommen, läuft im Browser, hat die grösste Community, die meisten Tutorials und die beste Kollaboration.
Aber: «Hauptsache eines davon richtig» schlägt «keins davon halb».
Figma: der aktuelle Standard
- Browser-basiert — Mac, Windows, Linux, Tablet. Egal welches Gerät, egal welcher Ort.
- Echtzeit-Kollaboration — Mehrere Personen können gleichzeitig am gleichen File arbeiten. Wie Google Docs für Design.
- Kostenlos für Einzelnutzer — Drei Files, unbegrenzte persönliche Nutzung. Genug, um anzufangen und zu lernen.
- Plugin-Ökosystem — Tausende Plugins für Icons, Fonts, Mockups, Auto-Layout-Helper.
- Übergabe an Entwickler — Inspector-Modus zeigt CSS, Abstände, Farben. Macht Design-zu-Code reibungslos.
Schwächen: Offline-Arbeiten ist mühsam (Desktop-App hilft, Limit bleibt). Performance bei sehr grossen Files kann träge werden. Adobe wollte Figma 2022 für 20 Milliarden Dollar kaufen — der Deal scheiterte 2023 an den Wettbewerbshütern in EU und UK. Figma ist seit Juli 2025 an der Börse und wieder ein eigenständiger Player.
Sketch: der Mac-Klassiker
War zwischen 2014 und 2020 das Standard-Tool für UI-Design auf dem Mac. Heute hat es zwar deutlich an Marktanteil verloren, ist aber technisch nach wie vor stark — schnelle Performance, sauberes Interface, viel Community-Wissen.
Stärken: Native Mac-App, sehr schnell, gutes Plugin-System. Wer den «klassischen Designer-Workflow» mag (lokales File, klare Struktur), fühlt sich hier zuhause. Ab USD 10/Monat oder USD 99/Jahr.
Schwächen: Mac-only. Kollaboration nicht so flüssig wie Figma. Wer im Team arbeitet, hat mit Figma weniger Reibung.
Adobe XD: das Tool, das nicht weiterentwickelt wird
Adobe hat XD seit 2023 in den Wartungsmodus geschoben — keine grossen neuen Features mehr, nur noch Bugfixes. Es funktioniert weiter, du bekommst es im Creative-Cloud-Abo. Strategisch ist es aber kein Tool mehr, in das man neu investiert.
Empfehlung: Nicht neu lernen. Wer es schon nutzt, kann’s behalten — aber für neue Skills lohnt sich Figma fast immer mehr.
Mein Tipp aus der Praxis
Wenn du noch nichts kannst und vor null stehst: Figma. Drei Wochen jeden Tag eine Stunde — danach kannst du eine Website-Vorlage entwerfen, die in Figma sauber aussieht und sich an Entwickler übergeben lässt.
Wenn du schon Sketch nutzt und es funktioniert: bleib dabei. Der Wechsel kostet Zeit, der Gewinn ist marginal.
Wenn du noch XD nutzt: plane den Wechsel. Adobe wird das Tool nicht weiterentwickeln, du baust auf einem fallenden Stern.
Was du in einem Tag mit Figma anfangen kannst
Im Flink-mit-Figma-Kurs bauen wir in einem Tag eine komplette Website-Vorlage — inklusive Type-System, Farben, Komponenten und Übertragung in WordPress oder Webflow. Wer danach selbständig weiterarbeiten will, hat alle Bausteine.