WordPress-Wartung: dein Mini-Pflegeplan für 2026

«Meine Website läuft, ich muss da nichts machen» — der häufigste Satz, mit dem WordPress-Sites in den Tod gepflegt werden. Eine Website, die nicht gewartet wird, läuft heute. Sie funktioniert nächste Woche. Und in einem Jahr ist sie entweder gehackt oder bricht beim Browser-Update zusammen.

Hier der Pflegeplan, den ich in jeder Schulung empfehle. Realistisch, in 30 Minuten pro Monat machbar.

Wöchentlich (5 Minuten)

  • Backup-Status prüfen — Läuft das Backup-Plugin? Wann war das letzte erfolgreiche Backup? Wenn der letzte Eintrag älter als 7 Tage ist: Notfallmodus.
  • Sicherheits-Log überfliegen — Wordfence oder Solid Security zeigen, ob jemand brutforced. Auffälligkeiten: IP blockieren, Passwort wechseln.
  • Google Search Console öffnen — Neue Fehler? Neue indexierte Seiten? 5 Minuten geben dir den Puls deiner SEO.

Monatlich (20 Minuten)

  1. WordPress-Core-Update — Vorher Backup. Update einspielen. Frontend prüfen: lädt die Seite, sind die Bilder da, funktioniert das Kontaktformular?
  2. Plugin-Updates — Erst die mit Sicherheitsfix, dann die mit Features. Niemals zwei gleichzeitig — wenn etwas bricht, weisst du nicht, welches Plugin schuld ist.
  3. Theme-Update — Nur wenn du es nicht modifiziert hast (sonst überschreibt das Update deine Anpassungen). Bei Custom Code: Child-Theme nutzen.
  4. Performance-Check — PageSpeed Insights aufrufen, drei wichtige URLs testen (Home, eine Inhaltsseite, eine Listing-Seite). Werte unter 50 sind ein Warnsignal.
  5. Inhalte überprüfen — Alte Beiträge mit veralteten Infos? Tote Links? Bilder, die nicht mehr passen? 5 Minuten Stichprobe.

Halbjährlich (1 Stunde)

  • Plugin-Audit — Welche Plugins sind aktiv, welche nutzt du wirklich? Jedes inaktive Plugin: löschen. Jedes ungenutzte: deinstallieren. Weniger Angriffsfläche, weniger Updates, weniger Performance-Belastung.
  • Datenbank-Cleanup — Spam-Kommentare, alte Revisionen, abgelaufene Transients. WP-Optimize macht das in einem Klick.
  • SSL-Zertifikat prüfen — Läuft Let’s Encrypt automatisch? Verfallsdatum checken (sollte nie unter 30 Tagen sein).
  • Restore-Test — Backup ist nichts wert, wenn du es nicht zurückspielen kannst. Einmal pro Halbjahr ein Backup auf einer Test-Subdomain wiederherstellen.

Jährlich (3 Stunden)

  • Hosting-Kosten reviewen — Was zahlst du? Was leistet der Hoster? Lohnt sich der Wechsel?
  • Theme-Frage — Wird dein Theme noch entwickelt? Wenn das letzte Update über zwei Jahre her ist: Wechsel-Plan machen, bevor es bricht.
  • SEO-Audit — Top-10-Seiten in Google Search Console anschauen: was rankt, was nicht mehr? Welche Keywords haben sich verändert?
  • Brand-Check — Sieht die Seite noch aus wie deine Marke heute? Inhalte, Bilder, Texte alle aktuell? Über-mich-Seite überarbeitet?

Mein Tipp aus der Praxis

Der häufigste Fehler ist nicht zu wenig Wartung — es ist sporadische Wartung. Lieber 30 Minuten jeden Monat als ein 8-Stunden-Block einmal im Jahr. Wer monatlich pflegt, sieht Probleme klein. Wer jährlich pflegt, sieht sie als Katastrophe.

Trag dir den Termin in den Kalender ein. Erste Woche im Monat, 30 Minuten. Wirklich. Das zahlt sich in jeder Statistik aus.

Wenn du es lieber abgibst

Nicht jeder will sich um Wartung kümmern. Es gibt Wartungs-Pauschalen — beim eigenen Hoster, bei Webdesignern, bei spezialisierten Anbietern. Realistisch zwischen CHF 50 und 200 pro Monat, je nach Umfang. Geld, das oft gut angelegt ist.

Wer es lieber selber macht und einmal sauber gezeigt bekommen will, wie das geht: in unseren WordPress-Kursen ist Wartung Teil des Programms. Wir gehen den Pflegeplan oben Schritt für Schritt durch — auf deiner eigenen Seite.

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