Newsletter-Tools für KMU: MailPoet, Mailchimp, ConvertKit im Vergleich

Wer als KMU einen Newsletter aufbauen will, steht vor der gleichen Frage wie zehntausend andere vorher: welches Tool nehmen? Die Antwort hängt nicht vom Tool ab, sondern von dir — wie viele Empfänger, wie viel Technik-Toleranz, wie integriert mit deiner Website. Hier vier Optionen aus der Praxis.

MailPoet (für WordPress-User)

WordPress-Plugin, das Newsletter direkt aus dem Admin-Backend versendet. Vorteil: voll integriert, keine separaten Logins, neue Beiträge automatisch als «Latest Post»-Newsletter versendbar. Bis 1’000 Abonnenten gratis.

Stolperfalle: Wenn du nicht den eigenen «MailPoet Sending Service» nutzt, gehen Mails über deinen Web-Server raus — und landen oft im Spam. Den Sending Service kostet zusätzlich (ab CHF 9/Monat).

Passt für: WordPress-Sites mit unter 2’000 Abonnenten und Lust auf integrierten Workflow.

Mailchimp (der Klassiker)

Marktführer, optisch ansprechend, viele Templates, Automationen, A/B-Tests, alles drin. Bis 500 Abonnenten kostenlos. Ab dann ziemlich teuer (CHF 20+/Monat). Setup ist drei Klicks.

Stolperfalle: Mailchimp hat in den letzten Jahren mehrere Preisanpassungen gemacht. Was heute günstig ist, kann morgen Premium-Lock-In sein.

Passt für: Wer schnell starten will und auf den ersten Blick Profi-Optik braucht. Bis ~3’000 Abonnenten preislich erträglich.

ConvertKit (für Creators und Konversion)

Fokus auf Creator, Coaches, Solopreneurs. Stark in Automationen, Tagging, Funnel-Bau. Optisch zurückhaltender als Mailchimp, dafür flexibler. Ab CHF 15/Monat (300 Abonnenten gratis).

Passt für: Selbstständige, die mit Newslettern verkaufen wollen — Online-Kurse, Coachings, digitale Produkte.

Brevo (ehemals Sendinblue, der Allrounder)

Französische/europäische Lösung, DSGVO-konform aus der Box. Bis 300 Mails pro Tag gratis (unbegrenzte Abonnenten!). Mit Newsletter, Transaktionsmails, SMS, CRM in einem.

Stolperfalle: Versand-Limit pro Tag (nicht pro Monat) ist unpraktisch, wenn du einmalig viele Empfänger anschreibst.

Passt für: KMU mit hohem Abonnenten-Volumen und niedrigem Versand-Volumen. Wer auch CRM- und Transaktionsmails braucht, hat hier alles in einem.

Mein Tipp aus der Praxis

Bevor du dich für ein Tool entscheidest, beantworte drei Fragen: Wie viele Abonnenten hast du jetzt — und realistisch in einem Jahr? Wie oft willst du senden? Wie eng soll das Tool mit deiner Website verbunden sein?

Wer unter 500 Abonnenten ist, kann mit jedem der vier Tools gratis starten. Der Wechsel später ist immer mehr Aufwand als der erste Setup — also lieber einmal in Ruhe entscheiden, als schnell-schnell.

Was alle vier nicht für dich machen

Das Tool ist die einfache Hälfte. Die schwierige Hälfte ist die Kontinuität: regelmässig schreiben, dranbleiben, Kontakt zur Liste halten. Das beste Tool nützt dir nichts, wenn dein letzter Newsletter sechs Monate her ist.

Wer Newsletter strategisch aufsetzen will — vom Lead-Magnet über Welcome-Sequenz bis zur regelmässigen Kommunikation — findet in unseren Marketing-Kursen den nötigen Fahrplan.

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